Auswandern Thailand Podcast
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#72 – Gestern Reeperbahn - Heute Pattaya: Wie dieser Deutsche ein Restaurant in Thailand übernimmt
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In Folge 72 des Auswandern Thailand Podcast begrüßen Stefan Fabbro und Wolfgang Payer den Studiogast Stephan Schaar. Seit Anfang des Jahres ist Stephan der neue Betreiber des deutschen Restaurants Bramburi in Pattaya. Vor seiner Auswanderung war er mehr als drei Jahrzehnte im Schaustellergewerbe tätig und hat unter anderem den Lucullus-Imbiss auf der Hamburger Reeperbahn geführt. Seine Geschichte zeigt einen radikalen Bruch mit dem bisherigen Leben in Deutschland und einen klaren Neuanfang in Thailand.

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Eine Kindheit zwischen Wundertüten und Weihnachtsmärkten

Stephan Schaar wuchs in einer klassischen Schaustellerfamilie auf. Bereits mit sechs Jahren stand er auf einem Jahrmarkt und verkaufte Wundertüten und Disco-Antennen. Mit zehn Jahren stand er am Gyros-Grill, später leitete er einen Saisonbetrieb in Niendorf an der Ostsee, direkt neben dem Timmendorfer Strand. Über die Jahre wuchs das Familiengeschäft, und auch sein Sohn betreibt heute ein eigenes Geschäft auf Jahrmärkten in Schleswig-Holstein und Hamburg.

Plan A ohne Sicherheitsnetz

Den Entschluss zur Auswanderung fasste Stephan nach seinem letzten Urlaub im Vorjahr. Seine Verlobte lebt in Thailand, und ein dauerhaftes Fernverhältnis kam für ihn nicht infrage. Hinzu kam eine wachsende Unzufriedenheit mit der Entwicklung in Deutschland. Auf die Frage nach einem Plan B antwortet er ohne zu zögern, dass es für ihn nur Plan A gebe. Er hat alles in Deutschland aufgegeben und seine Existenz vollständig auf Thailand ausgerichtet.

Die Übernahme des Bramburi in Pattaya

Der Kontakt zum Bramburi entstand über einen langjährigen Freund, der den Vorbesitzer Thomas seit Jahren kennt. Bereits vor mehreren Jahren war die Idee einer Übernahme aufgekommen, doch erst im vergangenen Jahr wurde es konkret. Innerhalb von drei Monaten einigten sich beide Seiten, und Stephan übernahm das Restaurant zum Jahresbeginn. Seine Verlobte arbeitet bereits seit Mitte Dezember im Lokal und kennt durch ihre Gastronomieerfahrung den Betriebsablauf genau. Im Restaurant herrscht eine klare Aufteilung der Aufgaben und beide ergänzen sich nach Aussage von Stephan sehr gut.

Krankenversicherung und Risikomanagement

Stephan beschreibt sich als entspannten Menschen, der bisher selten beim Arzt war. Vor sechs Jahren erlitt er jedoch einen Herzinfarkt und hatte später eine Handverletzung während eines Auslandseinsatzes. Auch wenn er selbst lange ohne Versicherung ausgekommen ist, sieht er den Abschluss einer Krankenversicherung in Thailand als zwingend notwendig an. Seine bestehende ADAC-Reiseversicherung läuft noch wenige Monate, und in dieser Zeit wird er eine passende Anschlusslösung wählen. Stefan Fabbro betont in diesem Zusammenhang, dass eine fehlende Krankenversicherung im Ernstfall die gesamte Auswanderung gefährden kann.

Sprache, Bürokratie und Verkehr

Sein Alltag in Pattaya beschreibt Stephan als überraschend unkompliziert. Die thailändische Bürokratie hat ihn bisher nicht überfordert, und die Übernahme der bestehenden Lizenzen vom Vorbesitzer hat den Start erheblich erleichtert. Im Restaurant spricht er zu 95 Prozent Deutsch, im übrigen Alltag Englisch. Thailändisch zu lernen sieht er als wichtige Respektsbekundung gegenüber dem Gastland und auch als Vorteil im Umgang mit den Mitarbeitenden. Den thailändischen Straßenverkehr empfindet er nicht als chaotisch, sondern als intuitives Zusammenspiel, in dem er sich mit dem Roller wohlfühlt.

Altersvorsorge und langfristige Perspektive

Mit 53 Jahren plant Stephan noch zehn bis zwanzig aktive Berufsjahre in Thailand. Eine nennenswerte Rente aus Deutschland erwartet er nicht, da im Schaustellergewerbe lange Zeit nicht systematisch in die Rentenkasse eingezahlt wurde. Seine Strategie besteht darin, in den kommenden Jahren das Restaurant zu festigen und Vermögen aufzubauen, um später ein bescheidenes Leben in Thailand führen zu können. Ein soziales Auffangnetz wie in Deutschland gibt es für Ausländer in Thailand nicht. Umso wichtiger ist es, finanzielle Reserven aufzubauen und die Selbstständigkeit konsequent zu gestalten.

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