Auswandern Thailand Podcast
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#71 – 5 Jahre Thailand-Visum mit dem DTV – genial oder überbewertet?
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Das Destination Thailand Visa, kurz DTV, gilt seit seiner Einführung vor rund zwei Jahren als eine der spannendsten Neuerungen im thailändischen Visa-System. Es richtet sich vor allem an Personen unter 50, die in Thailand leben möchten, ohne dort einer geregelten Anstellung nachzugehen. In Folge 71 des Auswandern Thailand Podcast sprechen Stefan Fabbro von FS Consulting und Wolfgang Payer von der Easy ABC Sprachschule ausführlich über Voraussetzungen, Stolpersteine und die Frage, ob das DTV wirklich der versprochene Allrounder ist.

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Drei Wege ins DTV

Das DTV unterscheidet drei Antragsgruppen. Die häufigste Kategorie betrifft digitale Nomaden und Remote Worker, die in Thailand leben, ihre berufliche Tätigkeit aber ausschließlich für Auftraggeber im Ausland ausüben. Die zweite Gruppe umfasst Personen, die sich der thailändischen Kultur widmen möchten, etwa durch einen Muay Thai Kurs oder eine Ausbildung an einer zertifizierten Kochschule. Die dritte Gruppe sind sogenannte Dependants, also Ehepartner und minderjährige Kinder, die über den Hauptantragsteller mitversorgt werden können. In unserem DTV Visum im Check sind wir bereits ausführlich auf das DTV eingegangen.

Antrag nur im Ausland möglich

Anders als viele andere Aufenthaltstitel kann das DTV ausschließlich über das E-Visa-System einer thailändischen Botschaft oder eines Konsulats im Ausland beantragt werden. Wer in Deutschland, Österreich oder der Schweiz seinen Wohnsitz hat, muss sich an die jeweils zuständige Auslandsvertretung wenden. Personen ohne festen Wohnsitz weichen häufig auf die Nachbarstaaten Thailands aus. Stefan Fabbro empfiehlt aus Erfahrung die thailändische Vertretung in Vietnam, da dort die Bearbeitung besonders zuverlässig funktioniert und die Gebühr direkt bezahlt werden kann.

Finanznachweis und Antragsunterlagen

Eine zentrale Voraussetzung ist der Finanznachweis in Höhe von 500.000 Baht oder dem entsprechenden Betrag in der Landeswährung. Dieser Betrag muss auf einem privaten Girokonto im alleinigen Namen des Antragstellers liegen. Geschäftskonten, Gemeinschaftskonten, Aktiendepots oder Kryptowährungen werden nicht anerkannt. Bei Remote Workern wird zudem ein Dienstvertrag oder eine Bestätigung des Arbeitgebers verlangt, bei Freiberuflern oft zusätzlich Gehaltsnachweise der letzten drei bis sechs Monate sowie Rechnungen oder ein professionelles Portfolio.

Fünf Jahre Gültigkeit, aber 180 Tage pro Einreise

Das DTV ist ab Ausstellung fünf Jahre gültig und erlaubt während dieser Zeit beliebig viele Einreisen. Pro Einreise erhält der Inhaber jedoch nur einen Aufenthalt von 180 Tagen genehmigt. Wer länger im Land bleiben möchte, muss einen sogenannten Border Run unternehmen, also kurz ausreisen und wieder einreisen. Eine offiziell mögliche Verlängerung um weitere 180 Tage wird in der Praxis kaum noch genehmigt. Die Gebühr für das Visum liegt bei 10.000 Baht, was umgerechnet rund 350 Euro entspricht.

Praktische Einschränkungen im Alltag

So attraktiv das DTV auf den ersten Blick wirkt, im Alltag stößt es schnell an Grenzen. Da es intern wie ein Touristenvisum behandelt wird, eröffnen thailändische Banken Inhabern in der Regel kein Konto. Auch beim Führerschein gibt es Einschränkungen, denn die Verlängerung wird nur für zwei statt fünf Jahre gewährt. Wer länger als 180 Tage im Jahr in Thailand lebt, wird zudem steuerlich ansässig und unter Umständen zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet. Ein direkter Wechsel auf ein Non-Immigrant Visum innerhalb des Landes ist mit dem DTV nicht möglich, hierzu ist eine Ausreise und vorherige Kündigung des DTV bei der ausstellenden Vertretung erforderlich.

Lesenswert: DTV Thailand: Das müssen digitale Nomaden wissen

DTV oder Education Visum?

Für Personen unter 50, die Thailand wirklich zum Lebensmittelpunkt machen möchten, ist das Education Visum laut Stefan Fabbro oft die rechtssicherere Wahl. Es hat einen Non-Immigrant Status und ermöglicht damit auch die Eröffnung eines Bankkontos sowie einen regulären Führerschein. Voraussetzung ist jedoch, dass der Aufenthaltsgrund, also das Erlernen der thailändischen Sprache, ernsthaft verfolgt wird. Wer als digitaler Nomade dagegen rechtssicher in Thailand arbeiten möchte, fährt mit dem DTV trotz Einschränkungen weiterhin gut.

Genial oder überbewertet?

Das DTV ist zweifellos eine der besten Visa-Neuerungen der letzten Jahre und schließt eine wichtige Lücke für unter 50-Jährige. Es bietet Flexibilität, eine lange Gültigkeit und legale Arbeit für ausländische Auftraggeber. Gleichzeitig zeigen die fehlende Möglichkeit zur Kontoeröffnung und der eingeschränkte Führerschein, dass es noch nicht der Ersatz für klassische Aufenthaltstitel ist. Wer seine Situation und seinen Aufenthaltsgrund klar definiert, kann mit dem DTV eine sehr passende Lösung finden.

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