Auswandern Thailand Podcast
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#59 – Warum du NICHT nach Thailand auswandern solltest
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Thailand gilt für viele als Traumziel zum Auswandern. Doch nicht für jeden ist das Leben in Südostasien die richtige Wahl. In dieser Folge des Auswandern Thailand Podcast sprechen Stefan Fabbro und Wolfgang Payer offen über 13 Gründe, die gegen eine Auswanderung nach Thailand sprechen können. Dabei geht es nicht darum, jemandem den Traum auszureden, sondern um eine ehrliche Bestandsaufnahme, die vor teuren Fehlentscheidungen schützen kann.

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Alter und Lebenserfahrung als Grundvoraussetzung

Wer unter 20 Jahre alt ist, gilt in Thailand als minderjährig und ist somit nicht geschäftsfähig. Allein in diesem Alter nach Thailand auszuwandern, birgt erhebliche rechtliche Risiken. Ausgenommen sind selbstverständlich Familien, die gemeinsam den Schritt wagen und deren Kinder eine internationale Schule besuchen können. Grundsätzlich empfehlen beide Experten, zunächst die Schulbildung und Ausbildung im Heimatland abzuschließen und ausreichend Lebens- sowie Auslandserfahrung zu sammeln, bevor eine Auswanderung in Betracht gezogen wird.

Ohne finanzielles Polster geht es nicht

Obwohl Thailand im Vergleich zu Europa günstig ist, fängt hier kein Sozialstaat jemanden auf, der in finanzielle Schieflage gerät. Wer ohne ausreichende Rücklagen einreist, riskiert nicht nur seine Existenz, sondern gerät im schlimmsten Fall in illegale Machenschaften, um sich über Wasser zu halten. Die finanzielle Vorbereitung sollte dabei über die reinen Lebenshaltungskosten hinausgehen und einen Notfallpuffer beinhalten. Stefan und Wolfgang betonen, dass sich Auswanderer an den offiziellen Vorgaben der thailändischen Immigration orientieren sollten, die einen realistischen finanziellen Rahmen vorgeben.

Visum und Aufenthaltsgenehmigung ernst nehmen

Die Anforderungen für eine Aufenthaltsgenehmigung nicht zu erfüllen, ist ein absolutes Ausschlusskriterium. Je nach Lebenssituation gibt es unterschiedliche Visumsarten, ob als Rentner, Angestellter, Unternehmer oder Student. Jede Visumsart bringt eigene Auflagen mit sich, die langfristig erfüllt werden müssen. Wer diese Vorgaben nicht dauerhaft einhalten kann, sollte die Auswanderung besser verschieben, bis die Voraussetzungen stimmen.

Sprache als Schlüssel zur Integration

Für einen Urlaub mag es ohne Sprachkenntnisse funktionieren, zum dauerhaften Leben in Thailand sind jedoch zumindest rudimentäre Englischkenntnisse unerlässlich. Ob bei der Immigrationsbehörde, auf der Bank oder im Alltag mit Einheimischen, es werden Situationen auftreten, in denen mehr als Hände und Füße gefragt ist. Wer unter 50 Jahre alt ist, kann sich sogar mit einem Education Visum für bis zu drei Jahre in Thailand aufhalten und gezielt Thai oder Englisch lernen. Das langfristige Ziel sollte sein, sich auch auf Thailändisch verständigen zu können.

Keine soziale Hängematte in Thailand

Die sozialen Absicherungssysteme, wie sie aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz bekannt sind, existieren in dieser Form in Thailand nicht. Wer diese Sicherheitsnetze als selbstverständlich erachtet und darauf angewiesen ist, wird in Thailand ein Problem bekommen. Auswanderer übernehmen hier die volle Verantwortung für sich selbst. Doppelte Böden und zweite Chancen gibt es in Thailand selten, weshalb ein gewisses Maß an Risikobereitschaft unabdingbar ist.

Kulturelle Anpassungsfähigkeit entscheidet

In Thailand ticken die Uhren tatsächlich anders. Wer deutsche Pünktlichkeit und Gründlichkeit als Maßstab anlegt, wird regelmäßig enttäuscht werden. Die sogenannte thailändische Pünktlichkeit bedeutet, dass eine Verabredung um 14 Uhr durchaus auch 14:55 Uhr bedeuten kann. Entscheidend ist, solche kulturellen Unterschiede nicht mit Unverständnis zu quittieren, denn ein Gesichtsverlust wiegt in der thailändischen Kultur schwer. Toleranz und die Bereitschaft, sich anzupassen statt zu erwarten, dass sich alle anderen ändern, sind unverzichtbar für ein glückliches Leben in Thailand.

Soziale Kontakte und Netzwerk aufbauen

Wer keine sozialen Kontakte pflegt und kein Netzwerk aufbaut, läuft Gefahr, in emotionale Einsamkeit abzurutschen. Das kann langfristig weitreichende Folgen haben, auch gesundheitlich. Denn wenn es einem einmal nicht gut geht und niemand da ist, der sich meldet oder nachfragt, kann das im Ernstfall gefährlich werden. Ein Freundes- und Bekanntenkreis muss nicht aus Landsleuten bestehen, aber er sollte existieren und gepflegt werden.

Klima und Gesundheit realistisch einschätzen

Thailand ist warm, heiß und zeitweise extrem schwül. Wer das Land bisher nur in der angenehmen Winterzeit besucht hat, kennt weder die stechende Hitze im April noch die drückende Luftfeuchtigkeit der Regenzeit. In Nordthailand kommt während der sogenannten Smoke Season noch die starke Luftverschmutzung durch das Abbrennen der Reisfelder hinzu. Wer empfindlich auf Hitze, Schwüle oder schlechte Luftqualität reagiert, sollte Thailand unbedingt auch außerhalb der Hochsaison besuchen, bevor eine Entscheidung fällt.

Krankenversicherung als Existenzgrundlage

Ohne eine umfassende Krankenversicherung, die auch Vorerkrankungen abdeckt, ist eine Auswanderung nach Thailand nicht ratsam. Besonders beim Wechsel von einer Auslandskrankenversicherung auf eine thailändische Police können Vorerkrankungen ausgeschlossen werden. Ab dem Alter von 80 Jahren wird es zudem extrem schwierig, überhaupt noch eine Versicherung zu finden, und die Deckungssummen sind oft auf 100.000 Euro gedeckelt. Mit einer guten Versicherung steht und fällt die gesamte Auswanderung.

Arbeiten in Thailand nur mit den richtigen Voraussetzungen

Thailand ist kein klassisches Travel-and-Work-Land. Viele Berufe sind ausschließlich für thailändische Staatsbürger reserviert, und für Ausländer gibt es keine Arbeitsgenehmigung in diesen Bereichen. Auch vermeintlich harmlose Nebenjobs wie Kellnern oder Reiseleitung sind für Ausländer illegal. Wer erwischt wird, riskiert Ausweisung und einen Eintrag auf der Blacklist. Selbst als Sprachlehrer benötigt man die richtige Visumsart, eine Vollzeitanstellung und eine offizielle Arbeitsgenehmigung.

Unrealistische Erwartungen ablegen

Jeden Tag am Strand liegen, Fußmassagen genießen und Mango mit Sticky Rice essen, dieses Bild haben viele vor Augen, wenn sie an Thailand denken. Doch der Alltag eines Auswanderers sieht anders aus. Bürokratie, Behördengänge, Polizeikontrollen und die kleinen Herausforderungen des täglichen Lebens gehören genauso dazu. Deshalb empfehlen beide Experten, vor einer endgültigen Auswanderung einen längeren Probeaufenthalt von drei bis sechs Monaten einzuplanen und keinesfalls alle Brücken in der Heimat sofort abzubrechen.

Der wichtigste Grund: Thailand ist kein Fluchtort

Der entscheidende Punkt, den Stefan und Wolfgang ans Ende der Folge stellen, betrifft die Motivation hinter der Auswanderung. Wer vor Eheproblemen, Steuerschulden, Unterhaltszahlungen oder der Justiz fliehen will, wird in Thailand nicht glücklich. Persönliche Probleme reisen mit, und auch die internationale Justiz greift bis nach Thailand. Wer dagegen aus Liebe zu Land und Kultur auswandert, hat die besten Voraussetzungen für ein erfülltes Leben. Alkoholprobleme, Unzufriedenheit und Frustration werden durch einen Ortswechsel nicht geheilt, sondern häufig verstärkt.

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