Wer als Rentner nach Thailand auswandern möchte, stößt schnell auf zwei Visum-Optionen. Da gibt es das Non-Immigrant-O und das Non-Immigrant-OA. Beide werden umgangssprachlich als „Rentnervisum“ bezeichnet, doch die Unterschiede sind erheblich. In der aktuellen Folge des Auswandern Thailand Podcast erklärt Stefan Fabbro warum das vermeintlich attraktivere Jahresvisum für viele zur kostspieligen Falle werden kann.
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Die Grundvoraussetzungen für beide Visa-Arten
Für beide Varianten müssen Antragsteller mindestens 50 Jahre alt sein und entsprechende finanzielle Mittel nachweisen. Beim Visumsantrag bedeutet das entweder knapp 22.000 Euro auf dem Konto oder ein monatliches Einkommen von ca. 1.775 Euro. Das Non-Immigrant-O kostet 70 Euro und hat eine Gültigkeit von 90 Tagen mit Single Entry. Das Non-Immigrant-OA hingegen kostet 175 Euro, ist 365 Tage gültig und kommt mit Multiple Entry.
Der entscheidende Unterschied bei der Verlängerung
Hier zeigt sich der größte Nachteil des OA-Visums, denn wer seinen Aufenthalt in Thailand verlängern möchte, muss beim OA eine thailändische Krankenversicherung von der sogenannten TGIA-Liste vorweisen. Das sind ausschließlich thailändische Privatversicherer, deren Prämien besonders für Antragsteller über 65 Jahre sehr hoch ausfallen können. Beim Non-Immigrant-O gibt es diese Versicherungspflicht bei der Verlängerung nicht. Sie haben die freie Wahl, ob und welche Versicherung Sie abschließen.
Finanznachweis in Thailand
Sobald Sie die Aufenthaltsgenehmigung in Thailand beantragen, gelten andere Regeln als beim Visumsantrag. Sie müssen dann 800.000 Baht auf einem thailändischen Bankkonto nachweisen, das bei Erstantrag mindestens 60 Tage dort liegen muss. Alternativ kann Ihre Auslandsvertretung ein entsprechendes Einkommen bestätigen. Dieser Finanznachweis gilt für beide Varianten gleichermaßen.
Wann sich welches Visum eignet
Das OA-Visum hat durchaus seine Berechtigung, nämlich für klassische Überwinterer oder Personen, die noch einen Wohnsitz im Heimatland haben. Wer nur ein oder zwei Jahre in Thailand verbringen möchte, profitiert vom Multiple Entry und muss den Finanznachweis nicht in Thailand führen. Für alle, die dauerhaft in Thailand leben wollen, ist das Non-Immigrant-O die bessere Wahl. Es bietet bei der Verlängerung mehr Flexibilität und keine Versicherungspflicht.
Wechsel zwischen den Visa-Arten
Ein häufiger Irrtum ist auch, die Annahme, wer mit dem falschen Visum eingereist ist, kann innerhalb Thailands nicht einfach von OA auf O wechseln oder umgekehrt. Wer von einem Touristenvisum oder der visafreien Einreise auf ein O-Visum wechseln möchte, kann dies über einen sogenannten Change of Visa Type auf dem Immigrationsbüro tun. Für das OA-Visum steht diese Möglichkeit nicht zur Verfügung. Informieren Sie sich daher unbedingt vor der Beantragung, welche Variante zu Ihren Plänen passt.
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