Ein Leben auf zwei Rädern zwischen 77 Provinzen
In Folge 75 des Auswandern Thailand Podcast begrüßen Stefan Fabbro und Wolfgang Payer einen Studiogast, der das Land auf eine ganz besondere Weise kennengelernt hat. Als leidenschaftlicher Motorradfahrer hat er sämtliche 77 Provinzen Thailands bereist und dabei rund 100.000 Kilometer allein auf seiner großen Maschine zurückgelegt. Hinzu kommt, dass er fließend Thailändisch spricht, liest und schreibt und dadurch tief in die Kultur des Landes eingetaucht ist. Seine Geschichte zeigt, wie aus einem ersten Urlaubsgefühl eine echte Wahlheimat werden kann.
Wir würden uns über Kommentare zur Folge in unserer Facebook-Gruppe Auswandern Thailand für Deutschsprachige freuen.
Vom ersten Mopedgefühl zur großen Maschine
Wie viele Thailandreisende kam der Studiogast zunächst über den Roller zum Fahren und erlebte schon damals jenes Freiheitsgefühl, das viele mit dem Land verbinden. Erst mit fünfzig Jahren erfüllte er sich den Traum von einem großen Motorrad und entschied sich für eine Maschine mit 750cc und automatischem Schaltsystem. Gefunden hatte er das Fahrzeug über thailändische Verkaufsseiten im Internet, die er dank seiner Sprachkenntnisse problemlos lesen konnte. Der Verkäufer saß im fernen Chiang Mai, weshalb schon die erste Fahrt zu einem echten Abenteuer wurde.
Mit Respekt und Sicherheitskurs auf die Straße
Die Fahrt vom Norden zurück nach Pattaya bezeichnet er noch heute als prägend, denn das schwere Motorrad verhielt sich völlig anders als ein kleiner Roller. Anfangs zitterte er vor Aufregung und schloss sich einem erfahrenen Freund an, um die lange Strecke sicher zu bewältigen. Bevor er größere Touren plante, absolvierte er in der Nähe von Bangkok einen mehrtägigen Fahrsicherheitskurs. Dort lernte er das richtige Bremsen mit ABS sowie das Verhalten in Kurven und legte damit den Grundstein für viele unfallfreie Jahre.
Wie aus dem Urlaubsland eine Heimat wurde
Schon bei seiner ersten Landung in Bangkok wusste unser Gast Stefan sofort, dass er in Thailand seine Zukunft sehen würde. Damals war er Mitte dreißig und hatte sich nach einer langen Beziehung in Deutschland bewusst für einen Neuanfang entschieden. Sein gesamtes Leben richtete sich fortan auf das Land aus, von der Musik über Freundschaften bis hin zur Sprache. Aus dem anfänglichen Urlaubsgefühl wurde so Schritt für Schritt eine feste Lebensentscheidung.
Finanzielle Freiheit als Grundlage
Da er bereits in jungen Jahren auswanderte, musste unser Gast Stefan früh klären, wovon er in Thailand leben würde. Als langjähriger Selbstständiger hatte er Ersparnisse gebildet und einen Teil seines Vermögens in Aktien und andere Anlagen investiert. Bereits 2008 kaufte er sich eine eigene Wohnung in Pattaya und spart sich seither die Mietkosten. Lange Zeit reiste er über sogenannte Border Runs ein und aus, bis er mit fünfzig auf ein klassisches Rentnervisum umstieg.
Warum die Sprache der Schlüssel ist
Für unseren Gast Stefan steht fest, dass er ohne die thailändische Sprache niemals wirklich in die Kultur des Landes vorgedrungen wäre. Schon in Deutschland suchte er den Kontakt zu Studierenden aus Thailand und ließ sich später bei Wolfgang Payer in Einzelstunden gezielt fördern. Weil Thai eine tonale Sprache ist, kommt es vor allem auf die richtige Betonung an, an der viele Auswanderer scheitern. Sein wichtigster Rat lautet, einfach zu sprechen, Fehler zuzulassen und sich dabei aufmerksam korrigieren zu lassen.
77 Provinzen und ein Blick über die Grenzen
Im Laufe der Jahre bereiste der Studiogast nicht nur jede einzelne Provinz Thailands, sondern erkundete auch mehrere Nachbarländer mit dem Motorrad. So führten ihn seine Touren bis nach Laos, nach Malaysia und in den tiefen Süden rund um Yala und Pattani. Besonders in Erinnerung bleiben ihm die herzlichen Begegnungen mit Einheimischen, winkenden Kindern und neugierigen Mönchen. Gerade in abgelegenen Regionen öffnet ihm seine Sprachkenntnis Türen, die anderen Reisenden verschlossen bleiben.
Sicherheit beginnt im eigenen Kopf
Beim Thema Sicherheit zeigt sich der Gast erfahren, denn er kennt die Gefahren des thailändischen Straßenverkehrs sehr genau. Sein wichtigster Grundsatz ist, sich niemals darauf zu verlassen, dass andere die Verkehrsregeln einhalten. Stattdessen fährt er vorausschauend, rechnet mit Hunden am Straßenrand und beobachtet das Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer aufmerksam. Auf diese Weise hat er rund 100.000 Kilometer weitgehend unfallfrei zurückgelegt und genießt bis heute jede einzelne Fahrt.
- Mit dem Motorrad durch Thailands Provinzen
- Talente fördern wie in Deutschland? Ein DFB-Trainer berichtet aus Thailand
- So nutzt du den Baht-Bus in Pattaya wie ein echter Einheimischer