In Folge 74 des Auswandern Thailand Podcast begrüßen Stefan Fabbro und Wolfgang Payer einen besonderen Studiogast. Hagen Hübner ist ausgebildeter Fußballtrainer mit Lizenz des Deutschen Fußballbundes und lebt seit vielen Jahren dauerhaft in Thailand. Heute leitet er eine Foundation in Phuket, in der 65 Kinder ein Zuhause gefunden haben. Seine Geschichte zeigt eindrucksvoll, wie ein Neuanfang in Thailand gelingen kann, wenn man Mut mitbringt und am Ball bleibt.
Wir würden uns über Kommentare zur Folge in unserer Facebook-Gruppe Auswandern Thailand für Deutschsprachige freuen.
Wie aus dem Urlaubsland eine Wahlheimat wurde
Schon als Dreizehnjähriger reiste Hagen Hübner mit seinen Eltern zum Familienurlaub nach Thailand und kehrte fortan jeden Winter zurück. Aus dieser frühen Begeisterung wurde später eine Lebensentscheidung, als er seine spätere Frau kennenlernte und eine Familie gründete. Nach acht gemeinsamen Jahren in Deutschland trennte sich das Paar, und Hagen zog mit seinem kleinen Sohn endgültig nach Thailand. Dort zog er das Kind allein groß und baute sich parallel eine berufliche Existenz im thailändischen Fußball auf.
Vom DFB in den thailändischen Profifußball
Bereits in Deutschland war Hagen Hübner drei Jahre lang beim Deutschen Fußballbund im Förderprogramm für den Nachwuchs tätig. In Thailand kam er über Kontakte rasch in den Profibereich und arbeitete unter anderem bei Bangkok United in der ersten Liga. Den großen Durchbruch brachte 2015 der Gewinn des Südostasien-Turniers mit der thailändischen U19-Nationalmannschaft, der ihn landesweit bekannt machte. Um auf Augenhöhe mit den einheimischen Kollegen anerkannt zu werden, absolvierte er sogar seine AFC-Trainerlizenz direkt in Asien.
Eine Foundation als neue Familie
Heute arbeitet Hagen Hübner nicht mehr im Profigeschäft, sondern leitet die Fußballabteilung einer Foundation in Thalang im Norden Phukets. Die Einrichtung wurde 2006 von einem Deutschen gegründet, der sein gesamtes Vermögen den Kindern hinterließ, sodass sie bis heute nicht auf Spenden angewiesen ist. Betreut werden 65 Mädchen und Jungen im Alter von fünf bis achtzehn Jahren, von denen viele aus schwierigen Verhältnissen stammen. Für Hagen ist diese Arbeit weit mehr als ein Job, denn er beschreibt die Kinder als eine neue Familie, der er jeden Tag gerne begegnet.
Warum die Sprache der Schlüssel ist
Sowohl Hagen Hübner als auch Wolfgang Payer betonen, wie entscheidend Kenntnisse in Thai für ein gelungenes Leben in Thailand sind. Wer noch beruflich tätig sein muss, kommt um die Landessprache kaum herum, um mit Kollegen und Mitarbeitern auf Augenhöhe zu kommunizieren. Hagens Empfehlung lautet, die Sprache am besten direkt im Land zu lernen, weil der Fortschritt dort ungleich schneller gelingt. Niemand erwarte perfekte Aussprache, doch wer sich ernsthaft bemüht, werde von den Thais mit großer Wertschätzung aufgenommen.
Arbeitserlaubnis und Visum sind kein Hexenwerk
Ein hartnäckiger Mythos besagt, dass Ausländer in Thailand ohnehin keine Arbeitserlaubnis bekommen. Hagen Hübner widerspricht aus eigener Erfahrung, denn er besitzt seit 14 Jahren eine Work Permit und kennt den Weg dorthin genau. Entscheidend sei, eine Fähigkeit mitzubringen, die im Land gebraucht wird, denn dann finde sich auch ein Arbeitgeber. Während sein Sohn die thailändische Staatsbürgerschaft besitzt, lief sein Aufenthalt zunächst über ein entsprechendes Non-O-Visum und später über ein Business-Visum mit Arbeitsgenehmigung.
Gute Erfahrungen mit staatlichen Krankenhäusern
Als angestellter Ausländer ist Hagen Hübner über die thailändische Social Security versichert und hat zusätzlich eine private Versicherung abgeschlossen. Im Gespräch räumen die drei mit dem Vorurteil auf, die staatliche Absicherung sei wenig wert, denn die Behandlung in den staatlichen Krankenhäusern ist professionell und preiswert. Häufig sind sämtliche Untersuchungen innerhalb weniger Stunden erledigt, und das Personal spricht zunehmend Englisch. Die private Zusatzversicherung dient Hagen vor allem als Schutz für den Fall schwerer Unfälle, da er täglich lange Strecken mit dem Fahrrad zurücklegt.
Mutig sein, aber nicht blauäugig
Zum Abschluss gibt Hagen Hübner allen angehenden Auswanderern einen klaren Rat mit auf den Weg. Man solle sich von Miesmachern nicht entmutigen lassen, denn dank moderner Arbeitsformen wie dem Remote Working ist ein Neuanfang heute leichter als noch vor zwanzig Jahren. Gleichzeitig warnt er davor, völlig unvorbereitet zu starten, und empfiehlt ein finanzielles Polster sowie eine solide Krankenversicherung. Sein Leitsatz fasst die ganze Episode treffend zusammen, denn man sollte mutig sein, aber niemals blauäugig.