Auswandern Thailand Podcast
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#81 – Thai oder Farang - Wer ist in Thailand eigentlich krankenversichert?
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In Folge 81 des Auswandern Thailand Podcast räumen Stefan Fabbro und Wolfgang Payer mit einem Irrtum auf, der sich in der deutschsprachigen Community hartnäckig hält. Immer wieder heißt es, Thailänder ohne festen Job seien nicht krankenversichert und müssten jede Behandlung selbst bezahlen. Das stimmt so nicht, denn praktisch jeder thailändische Staatsbürger ist auf die eine oder andere Weise grundlegend abgesichert. Die beiden erklären Schritt für Schritt, welche Systeme es gibt und was das für Sie als Auswanderer bedeutet.

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Drei staatliche Systeme im Überblick

In Thailand existieren drei staatliche Versicherungsvarianten, die alle eine medizinische Grundversorgung und Heilung beinhalten. Die Social Security ist für Angestellte in der Privatwirtschaft gedacht, für Beamte gibt es ein eigenes System, und alle übrigen Thailänder fallen unter die medizinische Grundversorgung, die heute Gold Card oder Universal Coverage Scheme heißt. Wichtig ist, dass kein Thailänder zur Kasse gebeten wird, wenn er sich im für ihn zuständigen Krankenhaus seiner Region, in der er gemeldet ist, behandeln lässt. Die meisten Menschen sind also bereits abgesichert, nur eben nicht über dasselbe System.

Die Gold Card und ihre Geschichte

Die Gold Card ist vielen älteren Bürgern als 30-Baht-Versicherung ein Begriff. Eingeführt wurde das System unter dem damaligen Premier Thaksin, ab 2001 gestartet und 2002 flächendeckend umgesetzt, was einen echten Meilenstein in der thailändischen Geschichte darstellte. Den früheren Selbstbehalt von 30 Baht gibt es heute nicht mehr, weshalb Stefan Fabbro von einer 30-Baht-Versicherung 2.0 spricht. Anspruch hat jeder thailändische Staatsbürger, der im Hausbuch registriert ist und nicht bereits über die Social Security oder die Beamtenversicherung abgesichert ist.

Finanziert über den Staatshaushalt

Anders als in Deutschland oder Österreich wird die Gold Card nicht über Beitragszahlungen finanziert, sondern vollständig aus dem Staatshaushalt. Sie ist in der thailändischen Verfassung verankert und speist sich aus Umsatzsteuer, Gewinnsteuer und Einkommensteuer. Wer keinen Job hat und keine Beiträge zahlt, bleibt dennoch versorgt, denn das System hängt nicht davon ab, ob jemand im Berufsleben steht. Bemerkenswert ist, dass von fast 70 Millionen Einwohnern nur rund 4 Millionen überhaupt Steuern zahlen und damit die gesamte Grundversorgung mittragen.

Was die Gold Card abdeckt

Die Gold Card deckt Arztbesuche, Medikamente, Krankenhausaufenthalte, Operationen sowie Schwangerschaft und Geburt ab und beworben wird sie sogar als Absicherung gegen alle Krankheiten. Auch chronische Erkrankungen wie COPD oder Krebs werden behandelt, da das System auf die Heilung aller Krankheiten ausgerichtet und in der Verfassung verankert ist. Grenzen gibt es beim Komfort, denn versorgt wird im Gemeinschaftszimmer, ohne freie Arzt- oder Methodenwahl und oft mit älteren, günstigeren Medikamenten. Ein Einzelzimmer oder die Behandlung in einem privaten Krankenhaus zahlt die Gold Card nicht, das müssen Patienten selbst tragen.

Ein zuständiges Krankenhaus und der Dienstweg

Bei der Gold Card legt man sich in der Regel auf ein Krankenhaus fest, während die Social Security die Wahl zwischen drei Häusern erlaubt. Wer eine Behandlung braucht, geht zunächst in das gemeldete Krankenhaus und wird von dort bei Bedarf an einen Spezialisten überwiesen. Ein akuter Notfall ist im ganzen Land abgedeckt, sodass jedes staatliche Krankenhaus die Erstversorgung übernimmt und den Patienten anschließend in das zuständige Haus überstellt. Eine Thailänderin aus Buriram, die in Pattaya mit einem Schnupfen ins Krankenhaus kommt, wird dagegen an ihren Wohnort verwiesen, weil sie dort nicht gemeldet ist.

Die Social Security für Arbeitnehmer

Angestellte in der Privatwirtschaft sind über die Social Security abgesichert, für die Arbeitgeber und Arbeitnehmer je 5 Prozent des Bruttogehalts einzahlen. Die Beitragsbemessung ist gedeckelt und mit dem 1. Januar 2026 von zuvor 750 auf etwa 875 Baht je Seite gestiegen, wobei künftig weitere Erhöhungen geplant sind. Die Social Security bietet mehr als reine Krankenversorgung, denn sie umfasst auch Mutterschutz, eine Altersvorsorge und ein Arbeitslosengeld. Zusätzlich stehen versicherten Arbeitnehmern pro Jahr 900 Baht für den Zahnarzt kostenfrei zu, weshalb sie insgesamt etwas besser gestellt sind.

Welche Möglichkeiten Ausländer haben

In die Beamtenversorgung und in die Gold Card kommen Ausländer nicht hinein, da beide für thailändische Staatsbürger gedacht sind. Offen steht dagegen die Social Security, sofern der Ausländer in einer thailändischen Firma mit Arbeitsgenehmigung und gültiger Aufenthaltsgenehmigung angestellt ist. Dann zahlt er wie ein Thailänder ein und hat Anspruch auf dieselben Leistungen inklusive Arbeitslosengeld und Altersvorsorge. Eine wichtige Ausnahme betrifft Gesellschafter und Direktoren einer Firma, denn diese sind seit einigen Jahren von der Social Security ausgeschlossen, unabhängig davon, ob sie Ausländer oder Thailänder sind.

Staatliche und private Krankenhäuser im Vergleich

Staatliche Krankenhäuser sind deutlich günstiger als private, was sich schon an den Zimmerpreisen zeigt, die auf dem Land bei einigen hundert Baht liegen und in privaten Häusern schnell mehrere tausend Baht pro Nacht erreichen. Ausländer können sich bewusst für ein staatliches Krankenhaus entscheiden und die Behandlung selbst zahlen, was viele Kosten spart. Zu bedenken ist, dass staatliche Häuser längere Wartezeiten haben und die Ärzte seltener international ausgebildet sind. Dennoch gilt Thailand medizinisch als weltweit sehr stark und liegt beim Medizintourismus an oberster Front, sodass auch das staatliche System besser ist als sein Ruf.

Vorsicht bei der Bitte um Arztgeld

Der bekannte Spruch von der Freundin, die dringend Geld für den Arzt braucht, ist mit großer Vorsicht zu genießen, denn eine grundlegende Versorgung ist fast immer vorhanden. Statt vorschnell zu zahlen, lohnt die Frage, wo die Person gemeldet ist und ob sie nicht auf die Gold Card zurückgreifen kann. Häufig wissen gerade ältere Thailänder selbst nicht genau über ihre Ansprüche Bescheid und kennen das System noch aus Zeiten, in denen der Arzt bar bezahlt werden musste. Wer die thailändischen Versicherungen versteht, begegnet solchen Situationen mit mehr Verständnis und fällt seltener auf eine unnötige Geldbitte herein.

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