Warum die Vorbereitung über den Erfolg der Auswanderung entscheidet
In Folge 79 des Auswandern Thailand Podcast stellen Stefan Fabbro und Wolfgang Payer einen ausführlichen Punkteplan für die Zeit vor der Auswanderung auf. Der Anstoß kam aus der Facebook-Gruppe, in der ein Mitglied gefragt hatte, woran man eigentlich alles denken muss, solange man noch zu Hause ist. Die beiden gehen rund dreißig Punkte durch, die Sie abarbeiten sollten, bevor Sie nach Thailand aufbrechen. So vermeiden Sie böse Überraschungen und starten deutlich entspannter in das neue Leben.
Wir würden uns über Kommentare zur Folge in unserer Facebook-Gruppe Auswandern Thailand für Deutschsprachige freuen.
Verträge kündigen und den Postweg sichern
Zuerst legen Sie den Termin für die Auswanderung fest und kündigen fristgerecht alle Daueraufträge, Abos, Zeitschriften und Versicherungen. Ganz wichtig ist ein Nachsendeantrag bei der Post an einen Freund oder Verwandten, damit wichtige Briefe und Fristen in den ersten Monaten nicht verloren gehen. Melden Sie außerdem die Rundfunkgebühr ab und kündigen Sie Internet, Festnetz und Handy. Ein wertvoller Insider-Tipp der beiden lautet, dass Sie bei einigen Verträgen mit der offiziellen Abmeldung aus Deutschland sogar ohne Kündigungsfrist herauskommen.
Fahrzeuge, Möbel und persönliche Dinge
Ihr Auto sollten Sie in der Regel verkaufen, denn ein Import ist meist nicht möglich und wegen des Linksverkehrs säße das Lenkrad ohnehin auf der falschen Seite. Gute und günstige Fahrzeuge aller Marken bekommen Sie vor Ort problemlos. Bei Möbeln und Hausrat gilt, dass Sie nur mitnehmen sollten, woran Sie persönlich wirklich hängen, denn alles andere lässt sich in Thailand günstig neu kaufen. Wer trotzdem viel mitbringen möchte, organisiert über eine Spedition einen Container und klärt vor Ort die Zollpapiere, während beide Gastgeber seinerzeit mit nur zwei Koffern angereist sind.
Konten, Karten und laufende Kredite
Von einer vollständigen Schließung der Bankkonten im Heimatland raten die Moderatoren ab, denn ein zweites Konto ist eine wertvolle Ausweichmöglichkeit, falls die thailändische Karte einmal streikt. Achten Sie darauf, dass Sie auf jedes Konto online zugreifen können, und lassen Sie Ihre Debit- und Kreditkarten ausdrücklich für das Ausland freischalten. Laufende Kredite für Haus, Wohnung oder Auto sollten Sie entweder ablösen oder rechtzeitig mit der Bank neu regeln. Bedenken Sie auch, dass ein thailändisches Konto nicht sofort verfügbar ist und Sie die Zwischenzeit mit Bargeld und deutscher Karte überbrücken müssen.
Gesundheit, Impfungen und Medikamente
Nehmen Sie Ihren Impfpass mit und frischen Sie beim Hausarzt die gängigen Impfungen auf, etwa gegen Tetanus oder für spätere Europareisen die Zeckenimpfung. Auch eine Impfung gegen das in den Tropen verbreitete Dengue-Fieber ist möglich, das man sich in Thailand keinesfalls einfangen möchte. Prüfen Sie vorab, welche Medikamente Sie vor Ort günstig bekommen und welche Sie besser mitbringen. Führen Sie bei größeren Mengen unbedingt ein ärztliches Attest mit, damit Sie bei der Einreise nicht als Schleuser gelten, und lassen Sie sich für chronische Krankheiten ein Rezept ausstellen.
Dokumente, Reisepass und das richtige Visum
Bereiten Sie alle wichtigen Unterlagen vor, darunter die Geburtsurkunde im Original, Heiratsurkunde, Rentennachweis, Führerscheine und Zeugnisse, und digitalisieren Sie alles als Sicherheitskopie. Ihr Reisepass muss bei der Einreise mindestens sechs Monate gültig sein, weshalb Sie ihn bei einer Restlaufzeit unter vier Jahren am besten gleich neu ausstellen lassen. Klären Sie außerdem vorab das passende Visum für Ihren Aufenthaltszweck, denn Thailand bietet vom Retirement-Visum über das ED-Visum bis hin zu Heirats-, Business-, DTV- und Elite-Visum viele Varianten. Wer selbst fahren möchte, bringt den nationalen und den internationalen Führerschein mit und lässt Letzteren rechtzeitig umschreiben.
Haustiere und der Abschied von der Heimat
Bei Haustieren müssen Sie ehrlich entscheiden, ob das Tier mitkommt oder ein neues Zuhause bekommt, denn nicht jedes Tier verträgt die Hitze und die hohe Luftfeuchtigkeit. Für die Einreise legt Thailand großen Wert auf eine lückenlose Impfhistorie, und größere Hunde reisen in einer Transportbox als Frachtgut. Wolfgang Payer schildert, wie sehr er an seinem thailändischen Ridgeback hängt und sich ein Leben ohne ihn nicht vorstellen könnte. Ein Hund ist eben ein Familienmitglied und kein Sofa, weshalb diese Frage besonders viel Fingerspitzengefühl verlangt.
Wohnsitz, Steuern und die polizeiliche Abmeldung
Klären Sie frühzeitig, ob Sie Ihren Wohnsitz behalten oder abmelden, denn das kann Auswirkungen auf die steuerliche Ansässigkeit und auf Freibeträge haben. Die polizeiliche Abmeldung ist frühestens etwa eine Woche vor der Abreise und teils sogar online möglich, wobei Eigentümer auch an die Müllabfuhr denken sollten. Wichtig ist der Hinweis, dass die reine Abmeldung des Wohnsitzes die Steuerpflicht nicht automatisch beendet. Setzen Sie sich daher rechtzeitig mit dem Finanzamt auseinander und buchen Sie am besten eine Beratungsstunde bei einem spezialisierten Steuerberater.
Krankenversicherung und finanzielle Absicherung
Sorgen Sie für eine lückenlose Krankenversicherung, die auch einen Rücktransport abdeckt, und überbrücken Sie die Zeit bis zur lokalen Police in der Regel mit einer Auslandskrankenversicherung. Klären Sie ehrlich, wovon Sie in Thailand leben, sei es Rente, Ersparnisse, Investments, Mieteinnahmen oder eine Anstellung vor Ort. Die beiden raten dringend zu einem Sicherheitspuffer, wobei Wolfgang Payer für echte Auswanderer sogar zwölf abgesicherte Monate empfiehlt. Stellen Sie zudem Ihre eigene Budgetliste auf, denn pauschale Zahlen aus dem Internet helfen wenig, wenn jeder andere Ansprüche an Miete, Transport und Alltag hat.
Wohnort testen und in Thailand ankommen
Grundsätzlich raten die beiden dazu, erst zu mieten und erst dann zu kaufen, wenn Sie die rechtliche Lage kennen und sich bei der Gegend sicher sind. Testen Sie in Ruhe, wo es sich für Sie besser lebt, ob in Pattaya, Bangkok, Chiang Mai, Hua Hin oder auf einer der Inseln. Erstellen Sie außerdem einen Notfallplan mit einer Rückkehrmöglichkeit und denken Sie an Testament und Patientenverfügung, damit im Ernstfall alles geregelt ist. Der für Stefan Fabbro wichtigste Punkt zum Schluss lautet, dass Sie Thailand nicht als Dauerurlaub betrachten, schnell aus dem Touri-Modus herauskommen und auswandern, weil Sie dieses Land lieben und nicht weil Sie Deutschland hassen.
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