Thailand gilt als eines der sichersten Reiseländer Asiens. Doch wie sicher ist das Land wirklich, wenn man genauer hinsieht? In der aktuellen Folge des Auswandern Thailand Podcast sprechen Stefan Fabbro und Wolfgang Payer offen über Gewaltverbrechen, Straßenverkehr, Gesundheitsrisiken, Betrugsmaschen und die Rolle der Polizei. Dabei wird deutlich, dass das größte Sicherheitsrisiko ein ganz anderes ist, als die meisten vermuten.
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Gewaltverbrechen und Taschendiebstahl: Statistisch gering
Thailand weist statistisch eine sehr geringe Anzahl an Gewaltverbrechen auf, sowohl im Vergleich zu europäischen als auch zu anderen asiatischen Ländern. Selbst allein reisende Frauen können sich im Königreich grundsätzlich sicher fühlen. Wenn es zu Gewaltdelikten kommt, handelt es sich überwiegend um Konflikte unter Thailändern selbst. Taschendiebstähle konzentrieren sich vor allem auf touristische Hotspots, wo Armut und vermeintlicher Reichtum aufeinandertreffen. Ein kultureller Faktor trägt zusätzlich auch noch zur Sicherheit bei. Das buddhistische Karma-Prinzip wirkt sich positiv auf die Kriminalstatistik aus, und verlorene Geldbörsen oder Smartphones werden erstaunlich oft ehrlich zurückgegeben.
Straßenverkehr: Das reale Sicherheitsrisiko Nummer eins
Während Thailand als Reiseland insgesamt sicher ist, gehört es beim Straßenverkehr zu den gefährlichsten Ländern weltweit. Täglich fordert der Verkehr mindestens 60 bis 70 Todesopfer, wobei Spätfolgen in dieser Statistik noch nicht einmal erfasst sind. Die Ursachen sind vielfältig wie mangelnde Fahrausbildung, fehlende Praxisstunden beim Führerscheinerwerb, schlechte Straßenbeleuchtung in ländlichen Gebieten und stark getönte Fahrzeugscheiben. Hinzu kommen das generelle Missachten von Vorfahrtsregeln und Ampelsignalen sowie viel zu niedrige Strafen. Eine rote Ampel zu überfahren kostet lediglich um die 25 Euro. In touristischen Gegenden verschärft Alkoholkonsum die Situation zusätzlich.
Gesundheitssystem: Weltklasse in urbanen Gebieten
Im Bereich der gesundheitlichen Sicherheit ist Thailand in urbanen Gebieten hervorragend aufgestellt. Private Krankenhäuser in Großstädten und touristischen Zentren bieten ein Niveau, das eher an Vier- bis Fünf-Sterne-Hotels erinnert als an medizinische Einrichtungen. Wartezeiten sind praktisch nicht vorhanden. Tropische Krankheiten wie das Dengue-Fieber stellen ein gewisses Risiko dar, treten jedoch hauptsächlich auf Inseln auf. Weitere gesundheitliche Faktoren sind die ganzjährige Hitze mit der Gefahr von Dehydration, die Luftverschmutzung durch Brandrodung im Norden sowie die Tatsache, dass Leitungswasser aufgrund möglicher Bakterienrückstände und Schwermetalle nicht als Trinkwasser geeignet ist.
Betrug, Scams und das Two-Pricing-System
Online-Betrug und Telefonscams gibt es auch in Thailand, doch die Polizei geht inzwischen verstärkt gegen Betrügerbanden vor. Grundsätzlich gilt, wer am Telefon oder per E-Mail nach Passwörtern oder Login-Daten gefragt wird, sollte sofort auflegen. Ein kontrovers diskutiertes Thema ist das sogenannte Two-Pricing-System, bei dem Ausländer in Nationalparks und an Sehenswürdigkeiten höhere Eintrittspreise zahlen. Die thailändische Regierung begründet dies damit, dass auch einkommensschwache Thailänder Zugang zu kulturellen Angeboten haben sollen. Der offizielle Preis ist der höhere, während Einheimische einen reduzierten Tarif erhalten.
Polizei und Rechtssicherheit: Fairer als ihr Ruf
Die verbreitete Annahme, dass vor thailändischen Gerichten immer der Thailänder Recht bekommt, können beide Moderatoren aus jahrelanger Erfahrung nicht bestätigen. Wolfgang Payer lebt seit 2004 in Thailand und hatte in 21 Jahren keine negativen Erfahrungen mit der Polizei. Die Polizei agiert eher als Schlichtungsinstanz denn als klassischer Freund und Helfer, verhält sich gegenüber Ausländern jedoch fair und nicht voreingenommen. Auch vor Gericht sehen beide einen funktionierenden Rechtsstaat, in dem Ausländer durchaus Prozesse gegen Thailänder gewinnen. Insgesamt bietet Thailand die notwendigen Sicherheiten in Kombination mit Freiheiten und Toleranz, was es auch für allein reisende Frauen sowie homosexuelle und transsexuelle Personen zu einem sicheren Reise- und Auswanderungsland macht.
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