Im Auswandern Thailand Podcast erzählen Stefan Fabbro und Wolfgang Payer die Geschichte eines Deutschen, der in Pattaya unschuldig wegen Drogenbesitz verhaftet wurde. 15 Monate verbrachte Mike in Untersuchungshaft, ohne Urteil, in einem thailändischen Gefängnis. Im Gespräch berichtet er, wie es zu seiner Festnahme kam, wie der Alltag hinter Gittern aussieht und welche Lehren er daraus gezogen hat. Ein authentischer Einblick in das Leben im thailändischen Justizsystem und in die Herausforderungen, denen Auswanderer begegnen können.
Verhaftung in Pattaya
Mike lebte seit mehreren Jahren in Pattaya, als er unerwartet mit der thailändischen Polizei in Konflikt geriet. Nachdem seine damalige Freundin unwissentlich Drogen auf seinem Grundstück ablegte, wurde er wegen Drogenbesitzes verhaftet. Obwohl er betonte, keine Kenntnis von den Substanzen gehabt zu haben, nahm die Polizei an, sie gehörten ihm. Ohne Verurteilung wurde er in Untersuchungshaft genommen und verbrachte dort insgesamt 15 Monate.
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Leben im thailändischen Gefängnis
Während seiner Haft im Pattaya Special Prison Nong Pla Lai lernte er den harten Alltag in einem überfüllten thailändischen Gefängnis kennen. Er berichtete von Zellen mit über 30 Häftlingen, fehlender Privatsphäre und dem täglichen Kampf um einfache Dinge wie Schlaf und Hygiene. Das Essen war zwar frisch, jedoch kaum genießbar. Mit der Zeit gewöhnte er sich an die Bedingungen und entwickelte Routinen, um körperlich und mental zu überstehen.
Überleben und Anpassung
Er schilderte, wie wichtig Anpassung und Disziplin im Gefängnis sind. Ausländer haben zwar einige Vorteile, müssen sich aber ebenfalls an strenge Regeln halten. Geld spielt eine zentrale Rolle, da es über das Wohlbefinden im Alltag entscheidet. Wer über finanzielle Mittel verfügt, kann sich zusätzliche Mahlzeiten, bessere Schlafplätze oder kleine Annehmlichkeiten sichern. Trotz der Härte fand er Wege, sich mit anderen Insassen zu arrangieren und seine Würde zu bewahren.
Rechtsverfahren und Freispruch
Die deutsche Botschaft unterstützte ihn während des Prozesses und vermittelte Kontakt zu einem thailändischen Anwalt. Nach mehreren Verhandlungen stellte das Gericht fest, dass keine Beweise gegen ihn vorlagen. Er wurde schließlich freigesprochen, musste jedoch noch einige Wochen in Abschiebehaft in Bangkok verbringen. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland kehrte er bald wieder nach Thailand zurück, denn er hatte das klare Ziel, sein Leben dort fortzusetzen.
Erfahrungen und Lehren
Im Rückblick beschreibt er die Haftzeit als prägend. Sie habe ihn gelehrt, Verantwortung für sein Umfeld zu übernehmen und Situationen ernster zu nehmen. Heute lebt er wieder in Thailand und sieht das Land trotz der Erfahrung positiv. Seine Geschichte ist eine eindringliche Mahnung, Vorsicht walten zu lassen und sich der rechtlichen Konsequenzen in fremden Ländern bewusst zu sein.
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