Integration zwischen Deutschland und Thailand
In der neuesten Folge des Auswandern Thailand Podcast sprechen Wolfgang Payer und Stefan Fabbro mit IU, einer langjährigen Mitarbeiterin von FS Consulting. Die gebürtige Thailänderin aus Surin erzählt ihre bemerkenswerte Geschichte der Integration zwischen zwei Kulturen. Mit neun Jahren wanderte sie gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrem deutschen Stiefvater nach Deutschland aus, wo sie fast acht Jahre lebte. Heute arbeitet sie als Visa-Spezialistin in Pattaya und betreut deutschsprachige Kunden bei allen Fragen rund um Aufenthaltsgenehmigungen.
Wir würden uns über Kommentare zur Folge in unserer Facebook-Gruppe Auswandern Thailand für Deutschsprachige freuen.
Spracherwerb und Schulzeit in Deutschland
Nach ihrer Ankunft in Deutschland besuchte IU zunächst eine Integrationsschule, in der Kinder verschiedener Nationalitäten gemeinsam Deutsch lernten. Bereits nach einem Jahr konnte sie in die vierte Klasse einer regulären deutschen Schule wechseln und übersprang dabei die ersten drei Schuljahre. Der Erfolg beim Spracherwerb lag vor allem an der konsequenten Sprachpraxis zu Hause, wo der Stiefvater darauf bestand, dass ausschließlich Deutsch gesprochen wurde. Innerhalb von fünf bis sechs Monaten konnte sie sich fließend mit ihren deutschen Mitschülern unterhalten.
Rückkehr nach Thailand und Sprachverlust
Nach der achten Klasse kehrte die komplette Familie nach Thailand zurück, wobei IU zunächst mit ihren Eltern kam und später alleine blieb, um ihre Schulausbildung zu beenden. Die Rückkehr brachte eine unerwartete Herausforderung mit sich, denn sie hatte ihre Muttersprache Thai nahezu vollständig verlernt. Einfache Alltagssituationen wie das Bestellen von Essen wurden zur Herausforderung, da sie nur noch auf Englisch kommunizieren konnte. Es dauerte fast zwei Jahre, bis sie wieder fließend Thai sprechen und schreiben konnte.
Beruflicher Werdegang und Visa-Expertise
Nach ihrem Schulabschluss in Thailand arbeitete IU zunächst in verschiedenen Bereichen, bevor sie 16 Jahre lang in der Immobilienbranche tätig war. Ihre Deutschkenntnisse erwiesen sich dabei als großer Vorteil im Umgang mit deutschen Kunden. Seit fast schon zwei Jahren arbeitet sie nun bei FS Consulting als Visa-Spezialistin und betreut Kunden bei allen Fragen rund um Aufenthaltsgenehmigungen, Führerscheine und Bankkonten. Ihre Kompetenz und Geduld bei der Beratung machen sie zur ersten Ansprechpartnerin für deutschsprachige Kunden.

Visa-Beratung und häufige Herausforderungen
In ihrer täglichen Arbeit begegnet IU häufig Kunden, die mit dem komplexen thailändischen Visa-System überfordert sind. Besonders problematisch ist oft die Verwechslung zwischen dem OA-Visum mit Versicherungspflicht und dem einfacheren Non-Immigrant-O-Visum ohne Versicherungszwang.
Viele Kunden haben durch veraltete Informationen oder Halbwissen aus dem Internet falsche Vorstellungen über die Visa-Anforderungen. Die größte Herausforderung besteht darin, Kunden zu erklären, dass ein Wechsel vom OA-Visum zum O-Visum innerhalb des Landes nicht möglich ist und eine Ausreise erforderlich macht.
Empfehlungen für Deutschlernende und Integration
Basierend auf ihren eigenen Erfahrungen empfiehlt IU Deutschlernenden, kontinuierlich deutsche Medien zu konsumieren und regelmäßig mit Muttersprachlern zu sprechen. Der Kontakt zur deutschen Community kann hilfreich sein, sollte aber mit Maß erfolgen, um eine vollständige Integration nicht zu gefährden.
IU betont auch die Wichtigkeit, dass beide Partner in einer binationalen Beziehung Verantwortung für den Integrationsprozess übernehmen. Heute pflegt sie ihre Deutschkenntnisse durch täglichen Kontakt mit deutschen Kunden und regelmäßige Telefonate mit ihrer Familie, die mittlerweile wieder nach Thailand zurückgekehrt ist.
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