Die Frage nach den tatsächlichen Lebenskosten in Thailand beschäftigt viele Auswanderungswillige. Stefan Fabbro und Wolfgang Payer diskutieren im Auswandern Thailand Podcast die realistischen Kosten für ein Leben im Land des Lächelns. Dabei distanzieren sie sich bewusst von extremen Darstellungen, die ein Leben mit 400 Euro oder die Notwendigkeit von 4.000 Euro propagieren. Stattdessen fokussieren sie sich auf fundierte Erfahrungswerte und die offiziellen Vorgaben der thailändischen Behörden.
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Lebensstandard ist der entscheidende Faktor
Für die beide Experten steht fest, dass Leben nicht mit Überleben gleichzusetzen ist. Der Lebensstandard aus Europa sollte mindestens gehalten, idealerweise sogar verbessert werden können. Dies bedeutet konkret, dass ein Umzug von einer 3-Zimmer-Wohnung in Deutschland in ein 35-Quadratmeter-Appartment in Thailand nicht als Verbesserung der Lebensqualität betrachtet werden kann. Ebenso verhält es sich beim Wechsel vom Auto zum Fahrrad, denn beides ist legitim, entspricht aber nicht der Aufrechterhaltung des gewohnten Standards.
Offizielle Anforderungen der thailändischen Behörden
Die thailändische Immigrationsbehörde gibt klare finanzielle Richtlinien vor, die als realistischer Maßstab dienen sollten. Für ein Rentnervisum müssen Antragsteller 800.000 Baht auf dem Konto nachweisen oder monatlich 65.000 Baht verfügbar haben, was etwa 1.700 Euro entspricht. Bei verheirateten Personen mit thailändischen Staatsangehörigen reduziert sich dieser Betrag auf 400.000 Baht beziehungsweise 40.000 Baht monatlich. Diese Vorgaben basieren auf der Annahme, dass verheiratete Personen möglicherweise bei der Familie des Partners wohnen können und zusätzlich einer Arbeit nachgehen dürfen.
Konkrete Kostenpositionen im Überblick
Stefan Fabbro gibt Einblicke in seine persönlichen Ausgaben und zeigt realistische Kostenpositionen auf. Ein zweistöckiges Haus mit zwei Schlafzimmern in guter Lage außerhalb des Stadtzentrums kostete ihn 17.000 Baht monatlich. Die Krankenversicherung schlägt mit etwa 40.000 Baht jährlich zu Buche, während die Fahrzeugversicherung zwischen 15.000 und 20.000 Baht pro Jahr liegt. Für das tägliche Essen kalkuliert er etwa 1.000 Baht für eine dreiköpfige Familie, wobei auch gelegentliche Besuche in deutschen oder anderen internationalen Restaurants eingerechnet sind.
Wohnen und Mobilität als Grundpfeiler
Die Wohnkosten variieren stark je nach Anspruch und Lage, wobei einfache Ein-Zimmer-Apartments bereits ab 5.000 Baht monatlich verfügbar sind. Für ein komfortables Zwei-Zimmer-Apartment sollten 10.000 bis 15.000 Baht eingeplant werden. Bei der Mobilität ist ein Auto grundsätzlich als Luxusgut zu betrachten, da man auch mit dem Moped überall in die nähere UMgebung kommt. Ausnahmen bilden Familien mit Kindern oder Personen, die sich auf dem Roller nicht sicher fühlen. Ein Moped mit Versicherung kostet jährlich zwischen 4.000 und 8.000 Baht.
Realistische Budgetplanung für Auswanderer
Unsere Experten empfehlen ein monatliches Budget von 1.500 bis 1.700 Euro für einen gehobenen Lebensstandard ohne finanzielle Sorgen. Dabei ist wichtig zu unterscheiden zwischen dem Lebensstil im Urlaub und dem tatsächlichen Wohnen in Thailand. Wer täglich in Gogo-Bars verkehrt oder ausschließlich in teuren Restaurants speist, wird mit diesem Budget nicht auskommen. Für ein normales Leben mit gelegentlichen Restaurantbesuchen und moderaten Freizeitaktivitäten ist diese Summe jedoch ausreichend. Von einem Umzug mit weniger als 1.000 Euro monatlich raten beide dringend ab, da dies eher einem Überlebenskampf als einem Leben entspricht.
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