Auswandern Thailand Podcast
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#87 – Thailand verschärft die Einreise: 60 Tage sind Geschichte!
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In der neuen Folge des Auswandern Thailand Podcast ordnen Stefan Fabbro und Wolfgang Payer eine Nachricht ein, die viele Thailandreisende gerade beschäftigt. Die visafreie Einreise wurde von 60 Tagen wieder auf 30 Tage reduziert und damit gilt erneut die Regelung, die vor dem Testlauf jahrzehntelang Bestand hatte. Für Urlauber aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ändert sich damit weniger, als die Aufregung vermuten lässt. Die beiden erklären, was jetzt konkret gilt und welche Alternativen Ihnen offenstehen.

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Warum Thailand die Regelung zurückgenommen hat

Offizielle Angaben und Vermutungen laufen darauf hinaus, dass sehr viele Ausländer die lange visafreie Aufenthaltszeit ausgenutzt haben, um daraus einen Langzeitaufenthalt zu erwirken oder um illegal in Thailand zu arbeiten. Bei illegaler Arbeit schrillen bei den thailändischen Behörden sofort die Alarmglocken, weil es dabei aus ihrer Sicht um Arbeitsplätze der Einheimischen geht. Hinzu kommt eine bereinigte Statistik des Tourismusministeriums, nach der ein echter Thailand-Urlauber im Schnitt nicht länger als etwa 21 Tage im Land bleibt. Aus Sicht der Regierung sind 30 Tage für die meisten Länder daher mehr als ausreichend.

Auch die Stimmung im Land spielt eine Rolle

Bei solchen Tests wird nicht nur beobachtet, wie eine Regelung bei Touristen ankommt, sondern auch, wie die eigene Bevölkerung darauf reagiert. Viele Thailänder können umgekehrt nicht ohne Visum in europäische Länder reisen, was der Debatte eine zusätzliche Note gibt. In der thailändischen Gesellschaft gibt es zudem einen national orientierten Flügel, der lange visafreie Aufenthalte von Ausländern grundsätzlich kritisch sieht. Das Thema bietet damit reichlich Spielraum für Populismus, weshalb sich auch der Tourismusverband der Rücknahme kaum entgegenstellen konnte.

Was für Reisende aus dem DACH-Raum jetzt gilt

Deutsche, österreichische und schweizerische Staatsbürger dürfen weiterhin ohne vorab beantragtes Visum nach Thailand einreisen und erhalten bei der Ankunft 30 Tage. Wichtig ist die korrekte Bezeichnung, denn es handelt sich nicht um ein Visa on Arrival, sondern um eine Visa Exemption und damit um eine Befreiung von der Visumspflicht. Diese Befreiung galt vor dem Testlauf über viele Jahre mit 30 Tagen und wurde erst vor knapp zwei Jahren versuchsweise auf 60 Tage angehoben. Mit der Rückkehr zur Standardregelung ist dieser Versuch nun beendet.

Überwinterer brauchen sich keine Sorgen zu machen

Für einen ganzen Winter in Thailand ist die visafreie Einreise ohnehin nicht die beste Variante, auch wenn sie mit 60 plus 30 Tagen zuletzt praktikabel war. Deutlich besser geeignet sind das Single Entry oder das Multiple Entry Tourist Visa, die Sie online über das thailändische E-Visa-System bei der zuständigen Botschaft beantragen. Das einfache Touristenvisum gewährt 60 Tage und lässt sich vor Ort um weitere 30 Tage verlängern. Das Multiple Entry Tourist Visa ist 180 Tage gültig, erlaubt in diesem Zeitraum beliebig viele Ein- und Ausreisen und bringt bei jeder Einreise erneut 60 Tage.

Bis zu neun Monate sind rechnerisch möglich

Wer die Gültigkeitsdauer des Multiple Entry Tourist Visa klug ausnutzt und kurz vor deren Ende noch einmal aus- und wieder einreist, bekommt auch dann noch einmal 60 Tage in den Pass gestempelt. Zusammen mit einer abschließenden Extension of Stay über 30 Tage sind daraus in der Theorie fast neun Monate Aufenthalt in Thailand ableitbar. Wer die Voraussetzungen erfüllt, kann alternativ ein Non-Immigrant OA Long Stay beantragen und damit bei guter zeitlicher Planung sogar zwei Überwinterungen abdecken, ohne zwischendurch aus- und wieder einreisen zu müssen. Der Winterurlaub in Thailand ist durch die Reduzierung auf 30 Tage also in keiner Weise gefährdet.

Wie oft die visafreie Einreise genutzt werden darf

Diese Frage kann Ihnen streng genommen niemand verbindlich beantworten, auch nicht die Immigration selbst. Die Regelung besagt weiterhin, dass die visafreie Einreise auf dem Luftweg unbegrenzt oft genutzt werden kann, dass daraus aber kein Langzeitaufenthalt erschlichen werden darf. Sobald der Eindruck entsteht, die visafreie Einreise werde für einen Daueraufenthalt zweckentfremdet, entscheidet der Beamte bei der Einreise in eigenem Ermessen über Zulassung oder Verweigerung. Ein Eindruck reicht in diesem Fall bereits aus, ohne dass es einer weiteren Begründung bedarf.

Die TDAC ist kein Einreiserecht

Die Thailand Digital Arrival Card, kurz TDAC, ist lediglich eine Reisevoranmeldung, die frühestens 72 Stunden vor der Einreise online ausgefüllt wird. Sie ist ausdrücklich kein Visum und begründet keinerlei Anspruch darauf, nach Thailand eingelassen zu werden. Dasselbe gilt allerdings auch für ein gültiges Visum oder eine gültige Extension of Stay, denn ein Recht auf Einreise gibt es rechtlich schlicht nicht. Ist der Beamte an der Grenze der Meinung, dass Sie mit einem falschen oder missbrauchten Aufenthaltstitel einreisen, kann er die Einreise auch dann verweigern.

Visamissbrauch und seine Folgen

Ein Klassiker ist die Einreise mit einem Non-Immigrant-ED Studentenvisum, ohne anschließend tatsächlich zur Schule zu gehen. Wolfgang Payer berichtet aus der eigenen Sprachschule von Interessenten, die das Geld auf den Tisch legen, zum Unterricht dann aber nicht erscheinen. In solchen Fällen ist die Antwort eindeutig, denn ED steht für Education und setzt voraus, dass tatsächlich gelernt wird. Ebenso problematisch ist die Einreise mit einer touristischen Aufenthaltsgenehmigung, um in Thailand zu arbeiten, denn auch ein aus der Vergangenheit entstandener schlechter Eindruck kann bei einer späteren Einreise gegen Sie sprechen.

Diese drei Nachweise sollten Sie kennen

Bei der visafreien Einreise kann der Beamte an der Grenze drei Nachweise verlangen, auch wenn viele Reisende das über Jahre hinweg nie erlebt haben. Erstens geht es um den Nachweis eines Geldbetrags von 20.000 Baht oder eines entsprechenden Gegenwerts in anderer Währung. Zweitens um die Buchung eines Hotels oder eine andere nachweisbare Übernachtungsmöglichkeit. Drittens um ein Rück- oder Weiterreiseticket, das offiziell innerhalb der bei Einreise gestempelten 30 Tage liegen muss und nicht erst innerhalb einer möglichen Verlängerung.

Vorsicht bei der Fluggesellschaft

Die Immigration weiß in der Praxis, dass eine Verlängerung um 30 Tage üblicherweise gewährt wird, und weist Sie an diesem Punkt in der Regel nicht ab. Die Fluggesellschaft dagegen kann Ihnen die Beförderung verweigern, wenn kein Weiterreiseticket innerhalb der genehmigten Aufenthaltsdauer vorliegt. Der Hintergrund ist einfach, denn bei einer verweigerten Einreise müsste die Airline Sie auf eigene Kosten zurücktransportieren. Wer auf Nummer sicher gehen will, bucht ein günstiges Weiterreiseticket innerhalb der genehmigten Aufenthaltsdauer und spart sich damit jede Diskussion am Check-in.

Verlängerung und Border Run

Vor dem Testlauf konnten die 30 Tage regelmäßig um weitere 30 Tage verlängert werden, während die Immigration bei den 60 Tagen mit der Zeit einen Riegel vorschob und Folgeverlängerungen einschränkte. Wie die Behörden die Verlängerung bei den neuen 30 Tagen handhaben, wird sich in den kommenden Wochen an den Erfahrungswerten der Reisenden zeigen. Beim Border Run ist zu beachten, dass die Grenzen nach Kambodscha weiterhin geschlossen sind und damit vor allem Laos als Ziel bleibt. Für Reisende auf dem Eastern Seaboard läuft es daher meist auf den Luftweg oder auf einen Border Run nach Laos hinaus.

Das Touristenvisum kostet nur 35 Euro

Wer länger als 30 Tage bleiben möchte, sollte den Aufwand für ein Touristenvisum nicht scheuen, denn die Visumsgebühr für das 60-Tage-Touristenvisum liegt bei 35 Euro und der Antrag läuft online über das thailändische E-Visa-System. Planen Sie mindestens zwei Wochen ein, besser drei bis vier, damit Unterlagen und mögliche Nachforderungen in Ruhe bearbeitet werden können. Wer dabei Unterstützung möchte, kann sich an das Büro von Stefan Fabbro wenden, das E-Visa-Anträge aus Deutschland, Österreich und der Schweiz übernimmt. Bereits gebuchte Flüge müssen Sie deswegen nicht umplanen.

Kommen die 60 Tage zurück

Die ehrliche Einschätzung fällt eher pessimistisch aus, denn nach knapp zwei Jahren Erfahrung hat sich die Regelung aus Sicht der Behörden nicht bewährt. Ein zweiter Versuch unter denselben Bedingungen erscheint daher wenig wahrscheinlich, zumal Thailand mit dem Destination Thailand Visum inzwischen eine interessante Alternative für Menschen unter 50 Jahren geschaffen hat. Insgesamt bietet das Land mittlerweile für nahezu jede Altersgruppe und jeden Aufenthaltszweck eine passende Visumsart, weshalb sich ein Blick auf die Seiten der zuständigen Botschaft oder des Konsulats lohnt. Bereits jetzt zeigt sich die Wirkung deutlich, denn seit Bekanntwerden der Änderung werden spürbar mehr Touristenvisa und auch wieder mehr Education Visa nachgefragt.

Kein Grund, den Urlaub abzusagen

Wer jetzt überlegt, seinen Urlaub gar nicht mehr in Thailand zu verbringen, sollte das noch einmal überdenken, denn die alte Regelung hat über Jahrzehnte hinweg gut funktioniert. Reisenden, denen die Einreise tatsächlich verweigert wird, liegt in aller Regel bereits ein Eintrag im System der Immigration vor, sodass es dafür konkrete Gründe gibt. Der klassische Urlauber, der ein- oder zweimal im Jahr nach Thailand kommt, muss weder Angst vor der Einreise noch vor irgendwelchen Prozessen haben. Thailand lebt vom Tourismus und heißt Gäste aus Mitteleuropa nach wie vor ausgesprochen herzlich willkommen.

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