Trinkgeld gehört in vielen Ländern zum guten Ton. Doch wie sieht es in Thailand aus? In der aktuelle Ausgabe des Auswandern Thailand Podcast sprechen Stefan Fabbro von FS Consulting und Wolfgang Payer von der Easy ABC Sprachschule über die Trinkgeldkultur im Land des Lächelns. Die beiden Experten teilen ihre Erfahrungen aus dem Alltag und geben wertvolle Tipps für Touristen und Auswanderer.
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Gibt es in Thailand eine Trinkgeldkultur?
Ursprünglich war Trinkgeld in Thailand nicht üblich. Thais haben untereinander traditionell kein Trinkgeld gegeben. Erst mit dem wachsenden Tourismus hat sich diese Praxis eingebürgert. Touristen aus westlichen Ländern haben das Trinkgeldgeben nach Thailand mitgebracht, und inzwischen wird es vor allem in touristischen Regionen auch erwartet.
Wo wird Trinkgeld erwartet und wo nicht?
In Touristen-Hotspots wie Pattaya, Bangkok oder Phuket ist Trinkgeld in der Gastronomie, bei Taxifahrten, Massagen und im Hotel mittlerweile Standard. Auch Tour-Guides und Zimmermädchen freuen sich über eine kleine Anerkennung. Anders sieht es auf dem Land aus. In ländlichen Gebieten wie dem Isan wird Trinkgeld oft gar nicht verstanden. Dort geben einem die Menschen das liegen gelassene Geld sogar hinterher.
Vorsicht bei Behörden
Bei Behördengängen sollten Sie auf Trinkgeld komplett verzichten. Was als nette Geste gemeint ist, könnte als Bestechungsversuch ausgelegt werden. Selbst wenn Sie mit der Arbeit eines Beamten besonders zufrieden waren, ist es ratsam, die Finger davon zu lassen. Das kann im schlimmsten Fall zu ernsthaften Problemen führen.
Wie viel Trinkgeld ist angemessen?
Als Faustregel gelten 5 bis 10 Prozent des Rechnungsbetrags. Wichtig ist jedoch, vorher zu prüfen, ob bereits eine Service Charge berechnet wird. Diese beträgt oft 10 Prozent und ist in der Speisekarte oder auf der Rechnung als Plus Plus (Service Charge plus Mehrwertsteuer) ausgewiesen. Wurde diese bereits berechnet, ist zusätzliches Trinkgeld optional. Beim Aufrunden auf glatte Beträge liegt man in Thailand nie falsch.
Das Handtrinkgeld
Eine thailändische Besonderheit ist das Handtrinkgeld. Wenn Sie einer bestimmten Person direkt Geld in die Hand geben, signalisiert dies, dass dieses Trinkgeld ausschließlich für sie bestimmt ist. Anders als das Trinkgeld, das Sie in der Rechnungsmappe lassen und das unter allen Mitarbeitern aufgeteilt wird, darf das Handtrinkgeld behalten werden. Bei besonders gutem Service ist dies eine schöne Möglichkeit, einzelne Mitarbeiter zu würdigen.
Trinkgeld als Zeichen der Wertschätzung
Die Gehälter in Thailand sind oft niedrig. Viele Servicekräfte verdienen nur 300 bis 500 Baht pro Tag. Trinkgeld ist für sie ein wichtiger Teil des Einkommens. Wer guten Service erlebt und diesen honoriert, trägt dazu bei, dass sich die Servicequalität im Land weiter verbessert. Es geht nicht darum, die Preise zu verderben, sondern um eine angemessene Wertschätzung für gute Arbeit.
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