In einer Sondersendung des Auswandern Thailand Podcast berichten Stefan Fabbro von FS Consulting und Wolfgang Payer von der Easy ABC Sprachschule über den Tod der Königinmutter Sirikit. Die Ehefrau des neunten Königs und Mutter des aktuellen Königs Rama X verstarb am Freitagabend im Siriraj Hospital in Bangkok. Für die thailändische Bevölkerung war die Königinmutter eine bedeutsame Persönlichkeit, die ihr Leben dem Volk gewidmet hat. Der thailändische Muttertag ist ihrem Geburtstag gewidmet, was ihre besondere Stellung im Land unterstreicht.
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Erste Verwirrung über die Trauerregelungen
In den ersten drei Tagen nach dem Tod herrschte erhebliche Unsicherheit über die konkreten Trauerregelungen. Zunächst ging man davon aus, dass die Maßnahmen ähnlich strikt ausfallen würden wie einst im Jahre 2016 beim Tod des Königs Rama IX, als für 90 Tage Musikveranstaltungen abgesagt wurden und ein Alkoholverbot herrschte. Diese Ankündigungen sorgten besonders bei Geschäftsleuten und Touristen für Verwirrung, da die Hochsaison unmittelbar bevorsteht. Die Regierung korrigierte jedoch schnell nach und stellte klar, dass es zwar eine einjährige Trauerzeit geben wird, diese aber deutlich flexibler gehandhabt wird.
Was bedeutet die Trauerzeit konkret
Staatsbedienstete werden zwölf Monate lang schwarze Kleidung tragen, anstatt wie üblich in wechselnden Farben zu erscheinen. Dies betrifft beispielsweise Mitarbeiter der Migrationsbehörde und anderer staatlicher Einrichtungen. Die Flaggen an Bildungseinrichtungen und staatlichen Gebäuden werden 30 Tage auf Halbmast gehisst. Die thailändische Bevölkerung ist angehalten, 90 Tage diskret zu trauern und sich den Anlässen entsprechend zu kleiden. Was genau unter diskretem Verhalten zu verstehen ist, bleibt jedoch weitgehend der Interpretation überlassen.
Business as usual mit thailändischer Zurückhaltung
Der Premierminister stellte klar, dass das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben weitgehend normal weitergehen kann. Feiern sind grundsätzlich erlaubt, sollen jedoch in angemessenem Rahmen stattfinden. Konzerte und Neujahrsfeiern werden höchstwahrscheinlich nicht abgesagt, auch das Pattaya International Fireworks Festival 2025 soll wie geplant stattfinden. Alkoholkonsum ist ohne Einschränkungen erlaubt, was eine deutliche Abweichung von den strengen Regelungen im Jahr 2016 darstellt. Die Auslegung von „angemessen“ und „diskret“ bleibt den Menschen und Veranstaltern selbst überlassen.
Kaum Auswirkungen auf den Tourismus
Die beiden Experten berichten aus Pattaya, dass im Alltag bisher kaum Veränderungen spürbar sind. Geschäfte haben normal geöffnet, und das Leben geht seinen gewohnten Gang. Viele Thailänder tragen weiterhin ihre übliche farbige Kleidung, nur vereinzelt sieht man dunkle Oberteile. Für Touristen ergeben sich praktisch keine Einschränkungen. Die weniger strikte Handhabung im Vergleich zu 2016 dürfte auch wirtschaftlichen Überlegungen geschuldet sein, da viele Unternehmen nach der Covid-Zeit dringend auf die Einnahmen der Hochsaison angewiesen sind.
Aus der Vergangenheit gelernt
Im Vergleich zur strengen Trauerzeit 2016 nach dem Tod des Königs zeigt sich Thailand diesmal deutlich flexibler. Damals gab es strikte Alkoholverbote, Sperrstunden und Musikverbote, die das gesellschaftliche Leben erheblich einschränkten. Die Regierung scheint aus dieser Zeit gelernt zu haben und sucht nun einen Kompromiss zwischen dem notwendigen Respekt vor der verstorbenen Königinmutter und den wirtschaftlichen Notwendigkeiten des Landes. Der Premierminister hatte seine Reise nach Kuala Lumpur zum ASEAN Summit zunächst verschoben, reiste dann aber doch zur Unterzeichnung des Friedensabkommens an.
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