Auswandern Thailand Podcast
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#28 - Niemals aussaugen! Konsul entlarvt Schlangenbiss-Mythos
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Im Auswandern Thailand Podcast ist diesmal Konsul Hofer zu Gast bei Wolfgang Payer und Stefan Fabbro, um über seine ungewöhnliche Nebentätigkeit als Schlangenfänger in Pattaya zu sprechen. Der österreichische Konsul hilft Menschen bei Problemen mit Schlangen und bringt die Tiere sicher zurück in ihren natürlichen Lebensraum. Seine Leidenschaft für Reptilien entwickelte sich bereits in der Kindheit, als er statt Fußball zu spielen lieber im Wald nach Schlangen und anderen Tieren suchte. In Thailand traf er auf eine deutlich größere Artenvielfalt an Schlangen als in Deutschland.

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Häufigste Schlangenarten in Thailand

Die grüne Baum-Schlange, eine völlig harmlose Natternart, begegnet man in Thailand am häufigsten. Männchen werden bis zu einem Meter lang, während Weibchen sogar zwei Meter erreichen können. Aufgrund ihrer tagaktiven Lebensweise wird sie öfter gesichtet als nachtaktive Arten. Trotz ihres gefährlich wirkenden Aussehens stellt sie keine Bedrohung für Menschen dar.

Einsätze und Herausforderungen

Die meisten Anrufe erreichen Konsul Hofer über die Notfallnummer des Konsulats (+66 (0) 38-422634), wobei er nur in etwa 20 Prozent der Fälle persönlich vor Ort erscheint. Häufig genügen telefonische Beratung und Aufklärung über die jeweilige Schlangenart sowie präventive Maßnahmen. Bei komplizierteren Situationen, wie einer Kobra unter Küchenmöbeln, verweist er an die Sawang Boriboon Stiftung, die über die nötige Ausrüstung und das Personal für solche Einsätze verfügt. Die Sicherheit sowohl für den Menschen als auch für das Tier steht dabei immer im Vordergrund.

Ausrüstung und Technik

Zur Grundausstattung gehören ein ausziehbarer Haken zur Fixierung des Schlangenkopfes, eine Greifzange für sichere Distanz und spezielle Stoffbeutel für den Transport. Die Ausrüstung führt Konsul Hofer stets bei sich, um schnell reagieren zu können. Entgegen landläufiger Meinung können Schlangen durch jeden Beutel beißen, weshalb der sachgemäße Umgang mit den Transportbehältern entscheidend ist. Die meisten Schlangen beruhigen sich in der Dunkelheit des Beutels und verhalten sich ruhig während des Transports.

Giftzähne und Gefahren

Die Länge der Giftzähne variiert erheblich zwischen den Arten, wobei eine ausgewachsene Kobra nur etwa fünf bis sechs Millimeter lange Zähne besitzt. Diese sind dünn wie Injektionsnadeln, aber dennoch hocheffektiv bei der Übertragung des Gifts. Selbst Babyschlangen können gefährlich sein, da ihr Gift oft konzentrierter ist als das erwachsener Tiere. In Thailand gibt es keine landlebende Schlangenart, die Menschen innerhalb von Minuten töten könnte, dennoch sollte nach jedem Biss sofort medizinische Hilfe aufgesucht werden.

Prävention und richtiges Verhalten

Ein aufgeräumter Garten mit kurz geschnittenem Gras reduziert die Wahrscheinlichkeit von Begegnungen mit Schlangen erheblich. Versteckmöglichkeiten wie alte Reifen oder Holzstapel sollten vermieden werden, da Schlangen solche Plätze bevorzugen. Katzen können als natürliche Abschreckung dienen, während Hunde meist ungeschickt im Umgang mit Schlangen reagieren. Bei einer Begegnung sollte man stehen bleiben und der Schlange die Möglichkeit zur Flucht geben, da diese Menschen normalerweise meiden.

Erste Hilfe bei Schlangenbissen

Alte Mythen wie Aussaugen, Ausbrennen oder Herausschneiden der Bissstelle sind kontraproduktiv und gefährlich. Stattdessen sollte ein leichter Druckverband angelegt werden, ohne die Blutzirkulation abzuschnüren. Bewegung sollte vermieden werden, um den Kreislauf nicht anzuregen und die Giftverteilung zu verlangsamen. Ärzte können anhand des Krankheitsbildes und Blutbildes die Schlangenart identifizieren, weshalb das Mitbringen der toten Schlange nicht erforderlich ist.